Orchesterleiter Guido Rotter zaubert “Morgenstimmung” in den Maiabend

Satter Sound ist garantiert  (Fotos: hau)

 

Wetterauer Zeitung, 09.05.2007

Ovationen für symphonisches Klangerlebnis
Stadtkapelle Friedberg begeistert mit ihrem Frühjahrskonzert in der ausver- kauften Stadthalle

Friedberg (hau).
Beifall brandet auf, als 58 Musiker in festlichem Schwarz ins Rampenlicht der ausverkauften Stadthalle treten, der Dirigent sein Pult besteigt, sich dem Saal zugewendet verbeugt, um dann seine ganze Konzentration einer symphonischen Blasmusik zu schenken, wie sie in der Wetterau selten zu hören ist. Mit triumphalen »Jubelklängen« aus Deutschlands Osten zaubert das Orchester ein erstes Strahlen in die Gesichter des Publikums. Im Laufe der anschließenden musikalischen Reise durch Europas hohen Norden, seinen sonnigen Süden, über die Weltmeere und bis hinein in die mystischen Weiten des Weltalls hat es noch so manch guten Grund zum Schwelgen und Staunen.

In den vergangenen acht Jahren schrieb die Stadtkapelle Friedberg eine rasante Erfolgsgeschichte. Auch bei seinem diesjährigen Frühjahrskonzert ist dem symphonischen Blasorchester ein facettenreiches Bravourstück gelungen. Treu blieb es dem Anspruch, auf hohem Niveau den Geschmack des Publikums mit den musikalischen Interessen der engagierten Amateurmusiker zu vereinen. Mit Ovationen dankte das schätzungsweise 600-köpfige Auditorium am Samstagabend dem musikalischen Aus- hängeschild der Kreisstadt. Über zwei Stunden lang hatte das Orchester dank seiner vorzüglich besetzten Register eine brillante Klangfülle entfaltet. Unter der leidenschaftlichen Leitung ihres Ober-Mörler Dirigenten Guido Rotter wagten sich die Bläser, Schlagwerker und Damen an Kontrabass und Harfe an Dimensionen, von denen die meisten Blasorchester nur träumen können - eine Herausforderung an Fingerfertigkeit, Kondition und Konzentration, an Dynamik, Intonation, Melodiefluss und Harmonie, die das Orchester und die Solisten unter Kotters prägnanter Führung überzeugend meisterten.

Hatten im ersten Konzertteil nach Ernst Uebels »Vogtland-Hymne« und Hulaks lebhafter »Brünner-Polka« insbesondere kühne romantische Kompositionen von Eduard Grieg und Jean Sibelius höchste Anforderungen an die Musiker gestellt, so erspielten sie sich im zweiten Teil mit einem emotionsgeladenen Exkurs nach Noten zeitgenössischer Komponisten musikalische Lorbeeren. Wunderbar gelang der Spannungsbogen von mittelalterlicher Atmosphäre, Ritterspielen und Heldentum aus der altnordischen Sagenwelt in Griegs »Sigurd-Jorsalfar-Suite« und malerischer Morgenstimmung in seiner »Peer-Gynt-Suite« über Jean Sibelius' spätromantische sinfonische Dichtung »Finlandia« gen Süden. Hier begab sich das Orchester auf die Fährte von Franco Cesarini (geb. 1961), der mit »Ceresio« in betörenden Farben den Luganer See beschreibt und in seiner kleinen italienischen Suite den reichen Volksliederschatz Norditaliens, derweil dem niederländischen Erfolgskomponisten Kees Vlak für sein begeisternd kontrastreiches Orchesterwerk »Citadella« italienisches Temperament im Bergdorf Assisi Pate stand.

Mit dem wohl schillerndsten zeitgenössischen Filmmusik-Komponisten John Williams unternahm die Stadtkapelle schließlich eine abenteuerliche Klangreise zum Steven-Spielberg-Streifen »Hook«, um zum krönenden Abschluss in Williams' »Star Wars Saga« einzutauchen. Die Orchesterfassung des Soundtracks von Johan de Meij gehört zu den schwierigsten Stücken für Laienmusiker. Virtuos projizierten die Friedberger Musiker und Doris Hackl-Weber an der Harfe die sphärische Faszination in die Seelen des gebannt lauschenden Publikums.

Während Moderator Dr. Norbert Gondolf dem eindrucksvollen Abend kurzweilige Hintergrundinformationen beisteuerte, vertiefte Dr. Sandra Nitschkowski den Hörgenuss mit stimmungsvollen Videobildern. Ergriffen von der gewaltigen Schönheit der Musik, dankte Stadtkapellen-Vorsitzender Herbert König den Gästen, Sponsoren und musikalischen Weggefährten. »Wir hätten es kaum für möglich gehalten, aber Guido Rotter hat uns wieder einmal auf den Punkt fit gemacht.« Der Klangweltreise schickte das Orchester zur großen Freude des Publikums mit dem »Florentiner« und dem »Deutschmeister-Regiments-Marsch« zwei flotte Ohrwürmer hinterher.

 

 

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